Amt Marne-Nordsee und Freizeitbad Brunsbüttel GmbH denken über Kooperation nach


Synergien nutzen, Kosten senken – dieses Ziel verfolgen das Amt Marne-Nordsee und die Freizeitbad Brunsbüttel GmbH für den Betrieb ihrer Schwimmbäder in Marne und Brunsbüttel. Denkbar ist eine Kooperation unter dem Dach eines gemeinsamen Zweckverbandes oder einer GmbH. Die politischen Weichen für eine „Bäderlandschaft Südermarsch“ sind schon vor einigen Wochen mit Unterzeichnung einer Absichtserklärung durch Amtsvorsteher Harm Schloe und Bürgermeister Stefan Mohrdieck, zugleich Geschäftsführer der Freizeitbad Brunsbüttel GmbH, gestellt worden. Aktuell befassen sich beide Vertragspartner mit der Bestandsaufnahme.

Das Schwimmbad in Marne wird größtenteils für das Sportschwimmen der Schulen und Vereine genutzt. Im LUV in Brunsbüttel spielt hingegen der Freizeit-Charakter eine größere Rolle. Beide Bäder verfügen über einen Saunabetrieb. Vor dem Hintergrund seit Jahren rückläufiger Besucherzahlen sollen die Hallenbäder durch eine mögliche Kooperation effizienter und wettbewerbsfähiger werden, um den Bade- und Saunabetrieb in beiden Städten langfristig zu sichern.

„Es kann nicht das Ziel sein, sich gegenseitig Konkurrenz zu machen. Wir müssen unsere Angebote entsprechend aufeinander abstimmen“, bringt es Dr. Guido Austen, Prokurist der Freizeitbad Brunsbüttel GmbH, auf den Punkt. Doch genau an dieser Stelle hapert es derzeit. Beide Schwimmbäder haben montags geschlossen, beide Sauna-Bereiche stehen dienstags nur Frauen offen. „Daran müssen wir arbeiten.“ Das gelte auch für revisionsbedingte Schließungen im Sommer. „Hier hat es in den vergangenen Jahren zeitweise Überschneidungen gegeben“, erklärt Austen. Von der Zusammenführung der Schwimmbäder unter einer Verwaltung könnten daher alle profitieren – die kommunalen Betreiber und letztlich die Nutzer. Denkbar wäre auch ein identisches Kassensystem, um die im LUV bestehende Geldwertkarte in Marne einsetzen zu können.

Das sieht Volker Miller, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Marne-Nordsee, ebenso „Die Kooperation der Bäder stellt ein praktisches Beispiel für den Kooperationsgedanken benachbarter Kommunen dar.“ Während das Freizeitbad LUV vor wenigen Jahren grundlegend saniert wurde, hat in der Schwimmhalle in Marne in den diesjährigen Sommerferien die größte Revision seit der Sanierung 1997/98 stattgefunden. Um die technische Ausstattung zu modernisieren ist die Wasseraufbereitungsanlage mit Spülfilter und Schlammbehälter sowie deren Zuleitungen erneuert worden. Die Bedienung erfolgt über eine halbautomatisierte SPS-Steuerungsanlage. Ebenso wurde die Chlorgasanlage saniert.

Grundlage für die weiteren Gespräche zwischen den Vertragspartnern sind die Ergebnisse der laufenden Bestandsaufnahme. Dazu zählen alle Parameter – von den Besucherzahlen über die Kursangebote, die technische Ausstattung und die Preise bis hin zu betriebswirtschaftlichen Kenngrößen. „Es gibt ausdrücklich keine Denkverbote“, betont Austen. Im Blick haben alle Beteiligten die Kosten. Mit rund 25.000 Besuchern erwirtschaftete das Marner Schwimmbad im Jahr 2014 ein Defizit von rund 385.000 Euro, das Freizeitbad LUV mit etwa 86.000 Gästen kam auf ein Minus von rund 700.000 Euro. Pro Kopf ist der Zuschussbedarf in Marne damit deutlich höher.

Voraussetzung für eine Kooperation sei daher eine „saubere Kostentrennung“, so Austen. „Weder die Stadt Brunsbüttel noch das Amt Marne-Nordsee werden bereit sein, das Defizit des jeweils anderen zu tragen.“ Am 19. November treffen sich die Beteiligten in Marne wieder zum Gespräch, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Ziel ist laut Absichtserklärung auch, dass sich die Bäder „personell oder in technischer Hinsicht unterstützen“, um kurzfristige Schließungen – wie in Marne zuletzt zeitweise geschehen – künftig zu vermeiden. Die Kooperation könnte die in beiden Bädern angespannte Personalsituation entschärfen.


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