Neues Kassensystem im LUV wird weiter optimiert


Das neu eingeführte Kassensystem mit Papier-Tickets und die Erhöhung der Eintrittspreise im Sauna-Bereich beschäftigen die Nutzer des Freizeitbads LUV – und damit auch die Mitarbeiter der städtischen Betreibergesellschaft. Seit Wiedereröffnung des Freizeitbads am 3. September haben rund 20 Gäste in den dafür ausliegenden Formularen neben Kritik auch ihre Wünsche geäußert. „Wir nehmen diese Anregungen sehr ernst“, sagt Geschäftsführer Dr. Guido Austen. Es sei wichtig, zu erfahren, wie die Hallenbad- und Sauna-Besucher die Neuerungen beurteilen. „Wo es möglich ist, werden wir Anpassungen vornehmen.“

 

Kritisch sehen die Freizeitbad-Nutzer vor allem das neue Kassensystem. Dabei wird nach Ansicht von Guido Austen aber oft vergessen, dass es sich um „weit mehr als die für alle Gäste sichtbare Kasse und den Automaten am Eingangstresen handelt“. Es sei vielmehr ein komplexes System mit Zentralserver, der alle Kassen im Gebäude verwaltet, die Durchgangssperren zum Schwimmbad und zur Sauna regelt – und zudem mit der Brand- und Alarmierungszentrale verbunden ist. 

 

An der Erneuerung des vor elf Jahren installierten Systems führte angesichts der veralteten Hardware und der nicht mehr möglichen Software-Aktualisierungen kein Weg vorbei. „Wir haben aus Kostengründen ein System mit weniger Komfort für den Gast gewählt, um den Austausch aller Komponenten zu ermöglichen“, so Guido Austen. Im Vergleich zum Vorgängermodell, das 2002 im Zuge der fehl geschlagenen Privatisierung des Freizeitbads für 260.000 Euro installiert worden war, fällt die jetzt getätigte Investition mit rund 90.000 Euro deutlich niedriger aus.

 

Die Komforteinbußen durch Abschaffung der Schlüsselbänder mit elektronischen Chips zur Benutzung der Schränke in den Umkleiden, die gleichzeitig für bargeldlose Bestellungen im Sauna- und Hallenbad-Bistro genutzt werden konnten, habe die Freizeitbad Brunsbüttel GmbH „bewusst in Kauf genommen“. Mit den ersatzweise eingeführten Papier-Eintrittskarten, auf die Zusatzleistungen wie Speisen und Getränke gebucht werden können, biete das Freizeitbad LUV einen Service, der in der Bäderlandschaft in der Region seinesgleichen suche. „Ein bisschen Feuchtigkeit können die Karten zwar ab, aber ins Wasser sollte man sie natürlich nicht mitnehmen“, so Austen. Dafür würden Schränke in den Umkleiden bereit stehen.

 

Die von einigen Sauna-Nutzern geäußerte Kritik an den neu eingeführten Tarifen kann Geschäftsführer Austen nicht nachvollziehen. „Das Freizeitbad LUV ist hochdefizitär. Der jährliche Zuschussbedarf liegt zwischen 650.000 und 700.000 Euro.“ Bei der Preisgestaltung ergebe sich ein Konflikt zwischen öffentlicher Daseinsvorsorge und betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten. Aus diesem Grund seien die Schwimmbad-Tarife für Kinder auch konstant geblieben, für Erwachsene sei eine moderate Erhöhung um 30 Cent erfolgt. Die Erhöhung um etwa 3,50 Euro für den Sauna-Besuch sieht Austen als gerechtfertigt an. „Der Bereich ist nicht der Daseinsvorsorge der Kommune zuzurechnen. Die Sauna muss sich über die Eintrittsgelder selbst finanzieren.“ Um den Preisanstieg verträglicher zu gestalten, sei das Schwimmen als Gratisleistung dazu gegeben worden.

 

Die um Sondertarife bereinigte Preisstruktur beinhaltet nicht nur den Ausgleich der Teuerungsrate seit der letzten Erhöhung zum Jahreswechsel 2011/12, sondern berücksichtigt auch das Aufstellen des Kassenautomats. „Die Benutzung wird deutlich vereinfacht, wenn die Preise auf Euro-  oder 50-Cent-Beträge enden“, so der Geschäftsführer. Die von einigen Gästen gewünschte EC-Karten-Funktion sei zwar nachvollziehbar, aber für ein Freizeitbad dieser Größe „schlichtweg zu teuer“. Neben der reinen Investition von knapp 1.000 Euro seien monatliche Bereitstellungsgebühren sowie Gebühren für jede einzelne Transaktion zu bezahlen.

 

Erste Anregungen der Gäste hat das LUV bereits umgesetzt. „Im Sauna-Café haben wir einen Bon-Drucker installiert, wenn Speisen und Getränke auf die Eintrittskarte gebucht werden“, sagt Guido Austen. Auch im Bereich Gutscheine wird noch nachgebessert. Künftig soll es auch zeitlich befristete Einzelkarten geben. Mit dem alten System konnten Gutscheine erst ab einem Betrag von 20 Euro ausgestellt werden. Nachbesserungen verspricht der Geschäftsführer auch bei den Schränken und Schlüsselbändern. „Wir werden die Nieten wechseln und die Schließbleche nacharbeiten, damit die Schlösser leichtgängiger werden.“

 

Alle Wünsche der Gäste könnten allerdings nicht realisiert werden. Das seit 2004 erhobene Pfand für die Geldwertkarten bleibt bestehen. „Es handelt sich um hochpreisige Datenträger, die auch wir kaufen müssen“, so Austen. Keine Alternative sieht der Geschäftsführer für die im September erfolgte Umstellung zum Öffnen der Durchgangssperren  für das Schulschwimmen. „Die verantwortlichen Lehrer müssen die Kinder mit einer speziellen Karte selbst ins Bad hinein und wieder heraus lassen“, betont der Geschäftsführer. „Da die Hauptkasse künftig vormittags nicht mehr besetzt sein wird, brauchen wir eine Übersicht, wieviele Kinder von welcher Schule im Hallenbad waren.“

 

Mit Einführung des neuen Kassensystems sind anfänglich einige Probleme beim Buchen verschiedener Leistungen aufgefallen. In Zusammenarbeit mit dem Lieferanten sind diese zwischenzeitlich ausgeräumt worden. „Wir hoffen alle Fehler gefunden zu haben“ sagt Guido Austen und bittet die Gäste weiterhin, die Gelegenheit für Kritik und Anregungen zu nutzen. „Nur so können wir das Kassensystem im Sinne der Kunden optimieren.“


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