Blockheizkraftwerk im Freibad eingeweiht


Eine Heizung für zwei öffentliche Einrichtungen: Die Stadtwerke Brunsbüttel GmbH übernehmen künftig als Dienstleister die Warmwasserversorgung im Freibad Ulitzhörn und in der Boy-Lornsen-Grundschule. Der erste Schritt dafür ist bereits getan. Mitte Mai ist das auf dem Freibad-Areal neu errichtete Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in Betrieb gegangen. In den Sommerferien folgen der Einbau eines Spitzenlast-Heizkessels und eines Pufferspeichers im Trafo-Häuschen an der Schule und der Anschluss des Gebäudes. Die Verlegung der gut 550 Meter langen Fernwärme-Leitung durch den Schulwald hat begonnen. Rund 400.000 Euro werden die Stadtwerke in das ökologisch nachhaltige Projekt investieren.

„Für uns als Versorger ist das ein ganz spannendes Vorhaben“, erklärt Andreas Wulff, Geschäftsführer der Stadtwerke Brunsbüttel GmbH. Denn Blockheizkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung sorgen nicht nur für warmes Wasser, sondern produzieren auch Strom, der in das öffentliche Netz eingespeist werden kann. Für die Wirtschaftlichkeit ist die Höhe der jährlichen Betriebsstunden also entscheidend. Die Versorgung der beiden öffentlichen Einrichtungen ist für die Stadtwerke daher besonders attraktiv. „Das Freibad braucht die Wärme im Sommer zum Aufheizen des Wassers, die Schule im Winter für das Beheizen der Klassenräume“, sagt Wulff. „Aus meiner Sicht ist das ein Leuchtturm-Projekt – und zum Nachahmen geeignet.“

Die Idee, das Freibad und die Grundschule mit einem energieeffizienten BHKW aus einer Hand zu versorgen, ist vor eineinhalb Jahren entstanden. Die Heizung im Freibad an der Elbe war marode, die Heizungsanlage im Keller der Schule nach der Überflutung durch Starkregen ebenfalls. Gemeinsam mit Dr. Guido Austen, Geschäftsführer der egeb: Wirtschaftsförderung Brunsbüttel, die sich als technischer Dienstleister um den Betrieb des Freibads kümmert, und den Mitarbeitern im städtischen Bauamt entwickelten die Stadtwerke das Projekt mit Unterstützung der Politik weiter. Denn auch die Stadt Brunsbüttel als Träger der Schule und des Freibads Ulitzhörn profitiert von dem BHKW – durch mehrjährige Lieferverträge für Warmwasser zu einem günstigen Festpreis.

„Die Investition der Stadtwerke ist ein wichtiges Signal für den langfristigen Erhalt des Freibads“, betont Dr. Guido Austen, auch Prokurist der Freizeitbad Brunsbüttel GmbH, beim Start in die neue Freibad-Saison. Entscheidend für die Wassertemperatur im Becken wird im ersten Jahr aber auch die Zahl der Sonnenstunden im Sommer sein. Denn erst nach Installation des Spitzenlast-Heizkessels kann das BHKW seine volle Kraft entfalten. „In der Grundschule kann aber nur in den Ferien gebaut werden“, bittet Dr. Guido Austen die Freibad-Besucher um Verständnis, falls das Wasser nicht die gewohnte Temperatur erreichen sollte. „Das kühle Wetter hilft uns dabei momentan leider nicht.“

Mit der Investition in das BHKW, das nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz mit Zuschüssen gefördert wird, erweitern die Stadtwerke Brunsbüttel nicht nur ihr Geschäftsfeld Wärmeversorgung, sondern leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Schonung von Ressourcen. „Durch die gemeinsame Wärmeversorgung der städtischen Einrichtungen kann der Ausstoß mehrerer Tonnen des schädlichen Klimakillers CO2 vermieden werden“, erklärt Wulff. Die prognostizierte Menge von 375.000 Kilowattstunden (kWh), die die Anlage neben der Wärme jährlich produzieren soll, würde für die Stromversorgung von durchschnittlich etwa 100 Haushalten ausreichen.


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