Die Ausbildung von jungen Menschen hat bei der Freizeitbad Brunsbüttel GmbH seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert. Dass es trotz des offenkundigen Lehrstellenmangels nicht leicht ist, einen freien Platz zu besetzen – das haben Geschäftsführer Dr. Guido Austen und Badebetriebsleiter Kai Thomsen feststellen müssen. Für die Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe ab Sommer 2008 liegen ihnen trotz Beratung in den Brunsbütteler Schulen noch keine Bewerbungen vor. Dabei ist der Beruf abwechslungsreich – und vor allem zukunftsträchtig.
„Ausgebildete Fachangestellte werden händeringend gesucht“, erklärt Kai Thomsen. Mittlerweile würden sich die Schwimmbäder „gegenseitig Personal abjagen“, um freie Stellen zu besetzen. Ein Grund für den Fachkräfte-Mangel im Norden ist nach Ansicht von Thomsen, dass die Hamburger Bäderbetriebe nicht mehr ausbilden. Andererseits sei das Berufsbild nicht so bekannt. Dabei stehen den Fachkräften mit anschließendem Meister-Lehrgang oder Studium zum Badmanager alle Türen offen.
Die Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe dauert drei Jahre. Der theoretische Teil findet als Blockunterricht an der Landesberufsschule in Neumünster statt. Zum Berufsbild gehören Aufsicht in der Schwimmhalle, Ziehen von Wasserproben, Reinigung, Kassen- und Saunadienst sowie Verwaltungstätigkeiten. „Ganz wichtig ist, dass man auf die Besucher zugehen kann“, so Thomsen. Für Abwechslung sorgt im Sommer die Arbeit im Freibad Ulitzhörn.
„Wir sind einer der wenigen Betriebe, die Hauptschülern eine Chance geben“, erklärt Geschäftsführer Guido Austen. Andere Bäder würden es sich einfacher machen – und nach Möglichkeit Abiturienten mit Schwimmerfahrung einstellen. Für die Beschäftigten gilt die 40-Stunden-Woche. Gearbeitet wird im Schichtbetrieb, auch an Wochenenden und Feiertagen. „Darüber muss man sich im Klaren sein“, meint Thomsen. Und: „Bewerber müssen Spaß am Wasser haben.“
Durch ein Praktikum im Freizeitbad LUV hat Janne Herrmann ihren Traumberuf gefunden. Mittlerweile ist die 21-Jährige im dritten Lehrjahr. Schon jetzt liegen ihr die ersten Stellenangebote von Schwimmbädern vor. „Die Arbeit bringt einfach Spaß. Man lernt mit Menschen umzugehen und bekommt auch einen Einblick in die Technik“, sagt die Brunsbüttelerin, die nach ihrer Realschulzeit eigentlich einen handwerklichen Beruf erlernen wollte.
Aktuell sind bei der Freizeitbad Brunsbüttel GmbH 30 Frauen und Männer beschäftigt, darunter ein angehender Bürokaufmann und drei Auszubildende zum Fachangestellten für Bäderbetriebe. „Die Ausbildungsquote von 15 Prozent kann sich sehen lassen“, sagt Austen. Mehr sei nicht zu leisten, „wenn man den hohen Qualitätsansprüchen gerecht werden möchte“.

 


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