Gerüste bis zur Hallenbad-Decke


Kein Wasser im Becken, dafür aber jede Menge Stahlrohre: Mit dem Aufstellen von Baugerüsten im Freizeitbad LUV hat in diesen Tagen die routinemäßige Überprüfung und Sanierung der hölzernen Dachkonstruktion begonnen. Zuletzt waren die so genannten Leimbinder bei der Grundsanierung im Jahr 2005/06 ausgebessert worden. Nicht nur in luftiger Höhe unter dem Dach des Hallenbads wird während der dreimonatigen Betriebspause gearbeitet, auch die technischen Anlagen im Keller müssen vor der turnusgemäßen Abnahme durch den TÜV Nord gewartet werden.

Rund 110.000 Euro hat die städtische Freizeitbad Brunsbüttel GmbH für die diesjährige Revision veranschlagt, inklusive Erneuerung der finnischen Sauna und Beseitigung kleinerer Mängel beispielsweise in den Umkleidekabinen. Größter Brocken ist allerdings die Sanierung der Leimbinder-Konstruktion. „Wir haben zunächst überlegt, die Arbeiten von einem Hubsteiger ausführen zu lassen. Aus statischen Gründen war das aber nicht möglich“, berichtet Dr. Guido Austen, Prokurist der Freizeitbad Brunsbüttel GmbH. Am Einrüsten der Schwimmhalle führte daher kein Weg vorbei. Stahlrohre und Laufgitter mit einem Gesamtgewicht von 30 Tonnen haben die Gerüstbauer der Firma Bilfinger Arnoldt GmbH ins Hallenbad getragen – und innerhalb von fünf Tagen verbaut.

Nach dem Einrüsten der Halle haben Christoph Martensen und sein Kollege Arthur Grefenstein von der Firma Gebrüder Schütt aus Flethsee begonnen, die Holzkonstruktion zu untersuchen. Auf einer Gesamtlänge von rund 206 Metern werden sie jetzt die tieferen Risse verspachteln und mit Epoxidharz ausspritzen. In Handarbeit bohren sie dafür hunderte Löcher in die Holz-Leimbinder und bestücken diese mit Spezialdübeln, den so genannten Injektoren. Durch deren Öffnung wird das schnell aushärtende Kunstharz-Gemisch anschließend unter Druck in die Zwischenräume gepresst.

Insgesamt sind die Leimbinder in einem sehr guten Zustand. „Die Rissbildung ist völlig normal. Das Holz ist immerhin schon 36 Jahre alt – und bei den klimatischen Bedingungen in einer Schwimmhalle einer hohen Materialbeanspruchung ausgesetzt“, betont Dr. Austen.

Parallel zu den Arbeiten unter der Hallenbad-Decke hat die Bestandsaufnahme für das im Frühjahr provisorisch reparierte Außenbecken begonnen. „Wir können davon ausgehen, dass der Beton nicht geschädigt ist“, zeigt sich Dr. Austen erleichtert. Denn das hätte Auswirkungen auf die Statik der Außenfassade, deren Stahlträger in diesem Bereich auf der Mittelinsel des Beckens ruhen.

Die genauen Ergebnisse der Untersuchung sollen im Spätsommer vorliegen. Die Grundsanierung des gesamten Beckens – und dazu gehört auch das angeschlossene Innenbecken – ist in der Betriebspause 2017 vorgesehen. „Der Architekt hat bereits mit der Detailplanung begonnen“, so Austen. „Unsere Zielvorgabe ist es, die großen Sitzmulden mit schmaleren Sitzbänken samt Massagedüsen zu ersetzen und damit die Wasserfläche für unsere Aqua-Kurse zu vergrößern. Das Außenbecken wird sich von der Form her nur wenig verändern lassen.“

Zur Wiedereröffnung des Freizeitbads LUV am Dienstag, 30. August, wird von der Baumaßnahme nichts mehr zu sehen sein. Keine Gerüste mehr im Becken, dafür einige zehntausend Liter wohlig-warmes Wasser – für einen ungetrübten Badespaß.

 


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